Verbesserung der Verkehrssicherheit in Münster

Die UDV hat vor einigen Jahren in einem Pilotprojekt am Beispiel der Stadt Münster umfangreiche Empfehlungen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit erarbeitet, die auch auf andere Kommunen übertragbar sind. Die Ergebnisse wurden 2008 im Bericht „Verbesserung der Verkehrssicherheit in Münster“ veröffentlicht und die erarbeiteten Empfehlungen in das „Verkehrssicherheitsprogramm Münster 2009-2013“ übernommen. Die empfohlenen Maßnahmen werden neben weiteren Maßnahmen seitdem von der Stadt Münster sukzessive umgesetzt. In einer umfassenden Evaluation (Folgestudie) wurde nun überprüft, ob und in welchem Umfang die umgesetzten Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit beigetragen haben und wo die zukünftigen Schwerpunkte in der Verkehrssicherheitsarbeit liegen sollten.

Mit den Ergebnissen aus der Erststudie und der vorliegenden Evaluation liegt eine umfassende Grundlage für die Entwicklung von Maßnahmen und deren Wirkung auf das Unfallgeschehen in der Gesamtstadt Münster und in den Unfallhäufungsstellen vor.

Über den Betrachtungsraum von 12 Kalenderjahren hat sich das Unfallgeschehen in Münster zwar kaum verändert, das individuelle Unfallrisiko für die Bevölkerung hat allerdings deutlich reduziert. Das vordringliche Ziel der Ordnungspartnerschaft „Verkehrsunfallprävention“, Unfälle mit Personenschaden um jährlich 10 Prozent zu reduzieren, konnte zwar nicht erreicht werden. Die Evaluation der umgesetzten Maßnahmen zeigt jedoch deutlich, dass insbesondere dort, wo in den Unfallhäufungsstellen umfangreiche Maßnahmen durchgeführt wurden, das Unfallgeschehen reduziert werden konnte. Die leichte Reduktion des gesamtstädtischen Unfallgeschehens ist sogar zum größten Teil auf diese Maßnahmen zurückzuführen.

Ohne Verbesserungen an den Unfallhäufungen wäre die Unfallbilanz für Münster insgesamt vermutlich deutlich schlechter ausgefallen. Daher ist weiterhin eine konsequente Verkehrssicherheitsarbeit notwendig, die sich an dem konkreten Unfallgeschehen der in Münster bestehenden Unfallhäufungsstellen orientieren sollte.

Generell sollen sich die geplanten Maßnahmen an den Empfehlungen der aktuellen Planungs- und Entwurfsregelwerke orientieren und insbesondere auf die Vermeidung von typischen Knotenpunktunfällen (Abbiege-Unfälle und Einbiegen/Kreuzen-Unfälle) und den Schutz der Risikogruppe der Radfahrer und Fußgänger ausgerichtet werden. Dabei haben sich insbesondere Maßnahmen der Änderung der Signalsteuerung, wie gesicherte Abbiegeströme, Blockschaltungen für Fußgänger und Radfahrer oder die Aufgabe der Nachtabschaltung bewährt. Diese Art von Maßnahmen sollten verstärkt flächendeckend umgesetzt werden.

Neben den aus der Studie direkt ableitbaren Empfehlungen sollten möglichst noch vorhandene Dreiecksinseln mit Rechtabbiegefahrbahnen in die Signalisierung vollständig einbezogen oder zurückgebaut werden. Andere Studien der Unfallforschung der Versicherer legen zudem nahe, den Radverkehr an Kreisverkehren möglichst auf der Fahrbahn im Mischverkehr zu führen. Zudem besteht auch weiterhin der Bedarf nach gezielten Verkehrssicherheitskampagnen zur Aufklärung und Sensibilisierung für besonders gefährliches Verkehrsverhalten. Der Polizei kommt darüber hinaus eine wichtige Rolle bei der Durchsetzung der Verkehrsregeln zu.