Verhaltensbeobachtungen und Reisezeiten

In Köln und Dresden wurden Videobeobachtungen an 10 Grünpfeilzufahrten, vier Zufahrten mit bedingt verträglicher Führung und zwei Zufahrten mit eigener Rechtsabbiegephase durchgeführt. Damit waren Aussagen zur Anhaltepflicht sowie typischer Interaktionen beteiligter Verkehrsteilnehmer im Zusammenhang mit dem Grünpfeil möglich.

Folgendes Verkehrsverhalten lässt sich bei Grünpfeilregelung feststellen:

Sind keine offensichtlichen verkehrlichen Haltebedingungen, wie zum Beispiel ein bereits wartendes Auto, zu erkennen, verstoßen mehr als zwei Drittel der Kraftfahrzeugführer gegen die Anhaltepflicht. Sie halten nicht – wie vorgeschrieben - an der Haltelinie, sondern an Positionen, die ihnen in der Regel die Sicht auf den Kfz-Verkehr in der übergeordneten Straße ermöglichen.

  • In der Folge kommt es zur Blockierung von Furten des nichtmotorisierten Verkehrs, was zu kritischen Situationen führen kann. Dieser Konfliktfläche werden 78% aller beobachteten kritischen Interaktionen zugeordnet.

  • Bis der zu 69 % der Freigabezeiten für Fußgänger werden blockiert, bis 42 % für Radfahrer

Radfahrer oder Fußgänger sehen sich außerdem gezwungen ihr Verhalten anzupassen: Sie verändern ihre Fahr- bzw. Ganglinie oder halten an. Unabhängig davon, ob sie von rechts oder links queren wollen, bevorzugen Radfahrer das Queren hinter dem Auto (60%), Fußgänger queren eher vor dem Kraftfahrzeug (40%) oder bleiben stehen (30%).
Vergleichende Reisezeitmessungen in Köln und Dresden sollten Aufschluss darüber bringen, ob durch die Nutzung der Grünpfeilregelung Reisezeiten verkürzt bzw. Emissionen verringert werden können. Ausgewertet wurden insgesamt 32 Messfahrten zu 4 Tageszeiten  (Nacht: 1:00 – 4:00 h; Tag: 6:00 – 9:00 h, 10:00 – 13:00 h, 15:00 – 18.00 h) mit 15 bzw. 36 Abbiegemanöver je Fahrt. Eine Nutzung des Abbiegens bei Rot erfolgte in ca. 25 % aller Abbiegefälle

Aus den durchgeführten Reisezeitmessungen kann kein oder nur ein sehr marginaler Nutzen für Kraftfahrzeugführer und Umwelt abgeleitet werden.