Unfallanalyse

Die Bewertung der Sicherheit erfolgte als vergleichende Studie unterschiedlicher Rechtsabbiegeführungen an Kreuzungen und Einmündungen. Dazu wurde das Unfallgeschehen an 370 Knotenpunkten in fünf deutschen Großstädten mit insgesamt etwa 6.700 Unfällen, davon 2.154 Unfälle mit zum Teil schwer verletzten Personen, analysiert. In einem vertiefenden Analyseschritt wurde das Unfallgeschehen an 200 Grünpfeilzufahrten in den Städten Berlin und Dresden (1.086 Unfälle) „mikroskopisch“ untersucht. Dabei handelte es sich um 154 Zufahrten an Kreuzungen und 46 Zufahrten an Einmündungen, die sich etwa zu gleichen Teilen auf die untersuchten Führungsformen verteilen.

Die Ergebnisse zur Verkehrssicherheit der Grünpfeilregelung lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Knotenpunkte mit Grünpfeil zeigen im Vergleich zu den anderen Führungsformen keine größeren Unfallauffälligkeiten (Unfallkostendichten).

  • Die Unfallstruktur zeigt hingegen Unterschiede zwischen den Führungsformen. Sie wird bei Grünpfeil-Knotenpunkte durch einen erhöhten Anteil von Ein- und Abbiegeunfällen und einen erhöhten Anteil beteiligter Radfahrer und Fußgänger bestimmt. Gleiches gilt für die Betrachtung der Grünpfeilzufahrten.

  • Als unfallbegünstigende Faktoren stellten sich unter anderem heraus: fehlende Zeitvorsprünge für Fußgänger und Radfahrer, eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von mehr als 50km/h in der Hauptrichtung sowie Sichteinschränkungen vor allem nach rechts.

  • Kreuzungsarme mit Grünpfeil weisen im Vergleich zu anderen Führungsformen die mit Abstand höchsten Anteile nichtmotorisierter Unfallbeteiligter auf, dominiert von denen der Fußgänger. Bei Einmündungszufahrten mit Grünpfeil dominieren die Anteile der Radfahrenden.