Befragung Kommunen

In der Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung (VwV-StVO) zu §37 sind die Randbedingungen für eine Anwendung des Grünpfeils geregelt. Es werden neun Ausschlusskriterien definiert wie zum Beispiel die fehlende Sicht auf Fußgänger- und Fahrzeugverkehr, in der Zufahrt querender Radverkehr in beiden Fahrtrichtungen, das Linksabbiegen mittels eigener Signalphase oder im Zuge von Schulwegen.

Außerdem wird gefordert, dass das Unfallgeschehen anhand von Grenzwerten für die Bewertung der Sicherheit regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls der Grünpfeil wieder zu entfernen ist.
Inwieweit diese Vorgaben der StVO von den zuständigen Behörden berücksichtigt werden, wurde in einer Befragung in 75 deutschen Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern bzw. neun Landkreisen erhoben und die Angaben in ausgewählten Orten an 464 Grünpfeilzufahrten überprüft.

Die Anwendungspraxis nach VwV-StVO zeigt:

  • Die definierten Ausschlusskriterien werden oft nicht umfassend eingehalten.

  • Die Verstöße betreffen häufig Kriterien, die vor allem dem Schutz der schwachen Verkehrsteilnehmer dienen und somit deren Sicherungsniveau herabsetzen

  • 59 der 75 befragten Städte (79%) ordnen Grünpfeile an

  • Hauptanlässe der Anordnung sind ein verbesserter Verkehrsfluss und der Wunsch der Politik

  • 49 der 59 Städte überprüfen das Unfallgeschehen nach Einrichtung des Grünpfeils regelmäßig

  • In den befragten Landkreisen findet der Grünpfeil keine Anwendung