Neue Herausforderungen für den Radverkehr

Während in den letzten zehn Jahren die Anzahl der Unfälle mit Verletzten deutschlandweit rückläufig ist, hat die Anzahl der Radunfälle mit Personenschaden in diesem Zeitraum zugenommen. Der demographische Wandel, der steigende Radverkehrsanteil und die zunehmende Anzahl elektrisch unterstützter Fahrräder werden zukünftig zu mehr Radverkehr, mehr Senioren im Radverkehr und zu höheren Geschwindigkeiten im Radverkehr führen. Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit des Radverkehrs sind daher unumgänglich, um zu vermeiden, dass diese politisch auch gewünschte Entwicklung von einer steigenden Anzahl Verletzter und Getöteter begleitet wird. Dies wurde auf dem Nationalen Radverkehrskongress am 31.05.2011 in Nürnberg diskutiert

Insbesondere die Anzahl der Leichtverletzten ist in den Jahren zwischen 2000 und 2009 angestiegen. Gleichzeitig wurden zwar auch weniger Radfahrer getötet oder schwer verletzt als noch 2000, jedoch ist die Reduktion deutlich geringer als bei Pkw-Fahrern. Insbesondere die Anzahl der verletzten älteren Radfahrer ist wesentlich angestiegen. Dabei erfasst die polizeiliche Unfallstatistik sogar nur einen geringen Anteil der verletzten Radfahrer.

Der steigende Radverkehrsanteil in den Städten birgt ein zusätzliches Risiko. Nicht immer bedeutet mehr Radverkehr auch mehr Sicherheit.

Der demographische Wandel, der steigende Radverkehrsanteil und die zunehmende Anzahl elektrisch unterstützter Fahrräder werden zukünftig zu mehr Radverkehr, mehr Senioren im Radverkehr und zu höheren Geschwindigkeiten im Radverkehr führen. Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit des Radverkehrs sind daher unumgänglich, um zu vermeiden, dass diese politisch auch gewünschte Entwicklung von einer steigenden Anzahl Verletzter und Getöteter begleitet wird.

Radfahrer werden gefährdet bzw. gefährden sich selbst insbesondere durch

  • abbiegende und einbiegende Kfz

  • Nutzung von Gehwegen und von Radwegen in falscher Richtung

  • Unzureichende Infrastruktur

  • ruhender Verkehr, querende Fußgänger

  • Nichtbeachten von Verkehrsregeln

  • Alkoholeinfluss beim Radfahren

Durch eine Kombination von Maßnahmen kann die Sicherheit für Radfahrer verbessert werden. Dazu zählen insbesondere:

  • Einfache, übersichtliche, klar erkennbare Radverkehrsführung, vorzugsweise auf der Fahrbahn

  • Zusammenhängende und sichere Wegenetze

  • Geeignete Planung der Radverkehrsinfrastruktur gemäß ERA 2010

  • Aufklärungsarbeit und Kontrollen zur Einhaltung der Verkehrsregeln

  • Konsequente und gezielte Verkehrssicherheitsarbeit zur Beseitigung von Unfallschwerpunkten und Unfallauffälligkeiten im Radverkehr

Neben diesen planerischen, erzieherischen und rechtlichen Maßnahmen können die Radfahrer selbst auch dazu beitragen, die Folgen eines Unfalls zu mildern. Dazu gehört einerseits das Tragen eines passenden und geeigneten Fahrradhelms, da dieser bei bestimmten Unfallkonstellationen zu einer Reduzierung der Verletzungsschwere beitragen kann. Zudem wird der Abschluss einer allgemeinen privaten Haftpflichtversicherung empfohlen, um Schäden abzudecken, die durch Radfahrer verursacht werden.

Hinsichtlich Fahrräder mit elektrischer Tretunterstützung (Pedelecs) sind zudem eindeutige rechtliche Regelungen zur Einordnung in klar definierte Fahrzeugkategorien, zur technischen Ausstattung sowie zur Helmpflicht erforderlich.