Richtlinien für Ampeln 2010

2010 hat die Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) die neue Fassung der Richtlinien für Lichtsignalanlagen (RiLSA) veröffentlicht. Dabei wurden insbesondere neue Forschungs- und Praxiserkenntnisse im Bereich der Steuerungsverfahren, der integrierten Berücksichtigung aller Verkehrsteilnehmergruppen und des Qualitätsmanagements für Lichtsignalanlagen eingearbeitet.

Die Unfallforschung der Versicherer war bei der Neufassung beteiligt und hat versucht, die zentralen Sicherheitsforderungen nach

  • signaltechnischer Sicherung der Linksabbieger

  • Vermeiden von Nachtabschaltung und

  • Sicherung der schwachen Verkehrsteilnehmer (Fußgänger, Radfahrer)

in der Richtlinie zu verankern.

Die Broschüre „RiLSA 2010“ der Unfallforschung der Versicherer beschreibt die wesentlichen Neuerungen und enthält ergänzende Anmerkungen zur Verkehrssicherheit.

Die sehr technisch gehaltene Richtlinie ist jedoch für Nichtfachleute schwer lesbar und hat zudem Schwächen bei der Berücksichtigung der Verkehrssicherheit. Aus diesem Grund wurden bereits 2002 aus Mitteln der Schadenverhütungskommission durch die Bauhaus-Universität Weimar „Empfehlungen zur Verkehrssicherheit von Lichtsignalanlagen (EVL)“ entwickelt, deren Ziel die Zusammenfassung und praxisnahe Auswahl sicherheitsrelevanter Aussagen verschiedener Planungs- und Entwurfsrichtlinien der FGSV für Lichtsignalanlagen darstellt. Diese Empfehlungen richten sich nicht nur an spezialisierte Ingenieure in Planungsbüros, sondern auch an Sachbearbeiter in Straßenbauverwaltungen und Kommunen, die nur gelegentlich mit der Prüfung von Planungen und Angeboten von Anlagenherstellern beschäftigt sind. Bis auf zwei technische Details – die Anforderungstaster für Fußgänger oder Radfahrer sind jetzt auf 0,85 m Höhe anzubringen, Zusatzzeichen 1000-32 „Kreuzender Radverkehr“, muss jetzt über Z 205 stehen – ist die EVL noch immer aktuell. Sie ist leicht lesbar und priorisiert klar die Verkehrssicherheit. Zudem enthält sie umfangreiche und leicht verständliche Checklisten, die Verkehrstechnikern und Praktikern helfen, schnell den Standard der Verkehrssicherheit einfacher Knotenpunkte mit Lichtsignalanlage oder die Planungsunterlagen zu überprüfen.

Als weiteres Hilfsmittel werden für den Anwender Checklisten bereitgestellt, mit denen man sich einen schnellen Überblick über den Standard der Verkehrssicherheit von ampelgeregelten Kreuzungen und Einmündungen oder der Planungsunterlage verschaffen kann. Die Empfehlungen werden ergänzt durch Beispiellösungen von Kreuzungen mit Detailangaben zu Linksabbiegestreifen, Fußgänger- und Radwegeführung und verkehrssicheren Signalisierungsbedingungen.