Besser bremsen

Das Bremsen mit dem Motorrad erfordert vom Fahrer viel Fingerspitzengefühl und Erfahrung, da im Gegensatz zum Pkw zwei unabhängige Bremsen mit unterschiedlichen Bedienungselementen richtig dosiert werden müssen.

Dabei muss die vordere Bremse immer mehr betätigt werden und die hintere immer weniger, weil beim Bremsen eine dynamische Achslastverlagerung von hinten nach vorne eintritt.
Ein Bremssystem ist immer nur so sicher wie der Fahrer, der es bedient. Gerade Anfängern aber mangelt es oft an der notwendigen Erfahrung, um in einer kritischen Situation kontrolliert zu bremsen. Viele begehen zudem den Fehler, aus Angst vor einem Sturz zu zaghaft zu bremsen. Gleichwohl passiert es selbst geübten Fahrern, dass sie in einer Schrecksituation überbremsen oder Bremswirkung verschenken. Umso wichtiger ist ein zuverlässiges Bremssystem, das im Ernstfall über Leben und Tod entscheidet. ABS gehört dazu.

Bremsen üben

Tipp 1: Bremsgefühl entwickeln

Sicherheitsexperten raten, jedes Mal direkt nach dem Losfahren beide Bremsen nacheinander kräftig zu betätigen und sofort wieder loszulassen. Das schafft Gefühl für das Bremsen gleich zu Beginn der Fahrt. In einer realen Gefahrensituation wird durch das eingeübte Loslassen außerdem die Wahrscheinlichkeit eines Sturzes durch das Blockieren der Räder reduziert. Bei ABS-Motorrädern bremst man bei dieser Übung bis in den Regelbereich.

Tipp 2: Zielbremsungen vornehmen

Während der Fahrt empfehlen sich darüber hinaus gelegentliche Zielbremsungen. Dazu sucht sich der Fahrer beispielsweise einen Baum oder ein Hinweisschild aus und versucht, exakt dort anzuhalten. Dabei ist natürlich das erste Gebot, auf den nachfolgenden Verkehr zu achten.

Tipp 3: Sicherheitstrainings absolvieren

Nur in professionell angeleiteten Sicherheitstrainings bekommen Biker alle wichtigen Punkte zum richtigen und effektiven Bremsen vermittelt, in der Theorie und in der Praxis. Ein Vorteil: Auf den meisten Übungsplätzen stehen den Kursteilnehmern verschiedene Straßenbeläge zur Verfügung. Manche Anbieter stellen auch ABS-Maschinen zur Verfügung, um den Unterschied im Bremsverhalten kennen zu lernen. Denn auch mit ABS muss das gefühlvolle Bremsen intensiv geübt werden.