Verkehrsklima in Deutschland 2016

Verkehrsklima 2016Die Teilnehmer der Studie "Verkehrsklima in Deutschland 2016" beantworteten wieder verschiedene Fragen zu ihrem Verkehrsverhalten und ihrem Sicherheitsempfinden. Bei der diesjährigen Befragung wurde zum ersten Mal die Gruppe der Pedelecfahrer ausdrücklich befragt und ausgewertet, da diese eine stark wachsende Gruppe der Verkehrsteilnehmer in Deutschland darstellt. Schwerpunktthema 2016 war die Aggression im Straßenverkehr. 

In Zusammenarbeit mit dem Befragungsinstitut omnitrend GmbH wurden 2.061 Personen im Alter von 18 bis 93 Jahren im Zeitraum von März bis April 2016 befragt. Die Daten wurden nach Führerscheinbesitz, Pkw-Verfügbarkeit, Verkehrsmittelnutzung (Fahrrad, Pkw, ÖPNV), Alter, Geschlecht, Bildung, Bundesland (Ost-West) und Bevölkerungsverteilung nach BIK-Regionstyp gewichtet. Die Stichprobe setzt sich zusammen aus 49 Prozent Männern und 51 Prozent Frauen. 80 Prozent gehen mindestens 1-3 Tage pro Woche zu Fuß. 74 Prozent nutzen den Pkw mindestens 1-3 Tage pro Woche und 38 Prozent das Fahrrad. Mit einem Pedelec fahren 4 Prozent mindestens 1-3 Tage pro Woche.

Wahrgenommene Verkehrssicherheit

Die Mehrheit der Deutschen fühlt sich im Straßenverkehr sicher. 62 Prozent der Teilnehmer gaben an, sich sicher oder sehr sicher zu fühlen. Im Jahr 2010 gaben 53 Prozent an, sich sicher oder sehr sicher zu fühlen. Das Sicherheitsempfinden im Straßenverkehr ist gegenüber 2010 scheinbar gestiegen.Verkehrsklima 2016

Auch in diesem Jahr fühlen sich mehr Männer sicher im Straßenverkehr als Frauen. Von den befragten Männern gaben 66% an, sich sehr sicher oder sicher zu fühlen, von den Frauen 58 Prozent.

Nebentätigkeiten beim Autofahren

Mindestens selten mit Freisprechanlage zu telefonieren wurde von 55 Prozent der Befragten berichtet. SMS oder Emaillesen von 27 Prozent. Im Internet zu surfen gaben die wenigsten an. 95 Prozent surfen nie beim Fahren im Internet.

Im Vergleich zum Jahr 2010 telefoniert ein größerer Anteil der Befragten beim Fahren mit einer Freisprechanlage. 

Das Problem der Ablenkung durch Handynutzung am Steuer ist der Mehrheit bewusst. Je höher das Risiko eingeschätzt wird, desto seltener werden Nebentätigkeiten ausgeführt. SMS oder Emails lesen (73 Prozent) und schreiben (86 Prozent), telefonieren ohne Freisprechanlage (61 Prozent) und im Internet surfen (90 Prozent) wird von der Mehrheit als sehr risikoreich empfunden. Telefonieren mit Freisprechanlage schätzen 13 Prozent als sehr risikoreich ein. 

Verkehrssicherheitsmaßnahmen

Verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit stehen zur Diskussion. Ein Sehtest für alle Pkw-Fahrer alle 15 Jahre, eine 1,1-Promillegrenze für Fahrradfahrer und eine Rückmeldefahrt ab einem Alter von 75 Jahren werden von der Mehrheit der Befragten als wirksam angesehen und befürwortet.Verkehrsklima 2016

Die Geschwindigkeitsbegrenzungen werden von den Befragten vergleichsweise weniger befürwortet oder als wirksam für die Verkehrssicherheit eingeschätzt.

Mit zunehmendem Alter steigt die Wirksamkeitseinschätzung und Akzeptanz der Geschwindigkeitsbegrenzungen. Die Wirksamkeit der Rückmeldefahrt ab 75 Jahren wird von Befragen ab 65 Jahren geringer bewertet (gegenüber dem Gesamtmittelwert). Frauen schätzen die Wirksamkeit aller Maßnahmen höher ein als Männer.

Aggressionen im Straßenverkehr

Die Teilnehmer der Untersuchung wurden zu verschiedenen Aussagen zum eignen Aggressionsverhalten befragt. Antworten gaben sie auf einer vierstufigen Skala von trifft nicht zu (1), trifft kaum zu (2), trifft eher zu (3) bis trifft voll zu (4). Die Antwortkategorien 2 bis 4 wurden als Zustimmung zusammengefasst.

Fast die Hälfte der befragten Pkw-Fahrer (47 Prozent) gab an, viel schneller zu fahren, wenn sie sich ärgern (Männer 42 Prozent, Frauen 52 Prozent). 18 Prozent fühlen sich richtig gut dabei, auf Landstraßen schnell zu fahren und möglichst viele Autos zu überholen (Männer 21 Prozent, Frauen 16 Prozent). Auch bezüglich weiterer aggressiver Verhaltensweisen gab es Unterschiede zwischen Männern und Frauen. 

Beobachtete und selbstberichtete Aggressionen

Alle befragten Pkw-Fahrer haben schon aggressives Verhalten im Straßenverkehr beobachtet (Antwortoptionen selten, gelegentlich, oft und sehr oft zusammengefasst). Über die Hälfte (55%) nehmen Aggressionen oft oder sehr oft wahr.

Zu dichtes Einscheren vor einem anderen Fahrzeug wird von 98 Prozent der Befragten wahrgenommen. 21 Prozent geben an, selbst vor einem Auto dicht einzuscheren, so dass der andere abbremsen muss. Die Befragten gaben auch bezüglich anderer Verhaltensweisen an, Aggressionen öfter zu beobachten als selbst auszuleben. Die Selbst- und Fremdwahrnehmung gehen auseinander.

Einen ausführlicheren Überblick gibt die Unfallforschung kompakt Verkehrsklima in Deutschland 2016, in der weitere Ergebnisse nachzulesen sind. 

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