Verkehrsklima in Deutschland 2010

2010 führte die UDV zum zweiten Mal eine Befragung zum „Verkehrsklima in Deutschland“ durch und beauftragte dazu das Marktforschungsinstitut TNS Infratest. In die Befragung 2010 wurden zusätzlich zu den bereits 2008 gestellten Fragen, vermehrt Fragen zum Radverkehr sowie neue Aspekte, wie das Fahren mit Licht am Tag, aufgenommen. Zum ersten Mal wurde auch ein thematischer Schwerpunkt gewählt. Erfragt wurden die Einstellung sowie das Verkehrsverhalten von Geländewagen(SUV)-Fahrern.

Auch 2010 wurde die Studie als Online-Befragung realisiert. Insgesamt wurden 1.680 Personen im Alter von 18 bis 98 Jahren befragt. Davon wurden 1.404 Personen online befragt. Um auch Personen ohne Internetzugang (z. B. Senioren) erreichen zu können, wurden zusätzlich 276 Interviews geführt.

Wahrgenommene Verkehrssicherheit

In Bezug auf die wahrgenommene Verkehrssicherheit gaben etwa die Hälfte der befragten Personen (53 %) an, sich sicher oder sehr sicher im Straßenverkehr zu fühlen. 12 Prozent der Befragten stufen ihr Sicherheitsempfinden als unsicher oder sehr unsicher ein und weitere 35 Prozent empfinden den Straßenverkehr als durchschnittlich sicher. Einen unmittelbaren Einfluss auf das Sicherheitsempfinden haben das Geschlecht, die Verkehrsmittelwahl sowie die Häufigkeit der Pkw-Nutzung.

Zu den relevantesten Verstößen gegen die Verkehrssicherheit gehören Geschwindigkeitsübertretungen, Rotlichtverstöße und Fahren unter Alkoholeinfluss. So entfallen z. B. bei Pkw-Unfällen 89 Prozent auf nur 5 von 27 Unfallursachen.

Vergleich zu Verkehrsklima 2008

Im Vergleich zu 2008 wird die Verkehrssicherheit im Jahr 2010 kritischer betrachtet. Die Anzahl der Personen die sich im Straßenverkehr sehr sicher fühlen, ging um 16 Prozentpunkte von 69 Prozent auf 53 Prozent zurück. Zusätzlich stieg die Anzahl der Personen, die sich im Straßenverkehr nicht sicher fühlen von 6 Prozent auf 12 Prozent.

Thematischer Schwerpunkt 2010: Einstellung und Verkehrsverhalten von SUV-Fahrern

Im Vergleich zu anderen Pkw-Fahrern unterscheiden sich SUV-Fahrer im Alter, Geschlecht und Einkommen. Im Durchschnitt sind SUV-Fahrer 45 Jahre alt und zu 58 Prozent männlich, Pkw-Fahrer hingegen im Durchschnitt 50 Jahre alt und zu 55 Prozent männlich. SUV-Fahrer verfügen zudem über ein durchschnittlich höheres Haushaltseinkommen als Pkw-Fahrer.

Außerdem unterscheiden sie sich in der wahrgenommenen Verkehrssicherheit. SUV-Fahrer geben tendenziell ein höheres Sicherheitsgefühl als Pkw-Fahrer an. Begründet wird das damit, das SUV-Fahrer ihren Pkw öfter nutzen bzw. eine höhere Fahrleistung als durchschnittliche Pkw-Fahrer angeben. Beide Gruppen fühlen sich am sichersten in Wohngebieten und am wenigsten sicher in Autobahnbaustellen. Aber auch bei dieser Frage geben SUV-Fahrer ein höheres Sicherheitsgefühl als Pkw-Fahrer an.

Einen ausführlicheren Überblick gibt die Unfallforschung kompakt Verkehrsklima in Deutschland 2010, in der weitere Ergebnisse nachzulesen sind.