Mobilität im Alter - Wie denken Senioren über das Autofahren?

 

 

Die Automobilität ist auch im hohen Lebensalter für viele Menschen von sehr großer Bedeutung. Auf Grund physischer Veränderungen sowie nachlassender kognitiver Fähigkeiten kann sie aber eingeschränkt sein. Tatsächlich steigt das Unfallrisiko bei älteren Menschen mit zunehmendem Alter an.

Die UDV hat im Rahmen eines Forschungsprojektes Senioren (Diskussionsrunde), aktiven älteren Fahrern (Telefonbefragung) sowie Angehörigen älterer Menschen (Onlinebefragung) folgende Fragen gestellt:

  1. Wie stellt sich die gegenwärtige Situation der Ansprache älterer Autofahrer im Hinblick auf ihre Fahrfähigkeiten, bezogen auf sich selbst sowie auf andere ältere Autofahrer dar?

  2. Welche Faktoren beeinflussen die Ansprache sowie die Offenheit gegenüber einer Ansprache günstig oder behindern diese.

  3. Wie gut eignet sich das Seminarprogramm „sicher mobil“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) als eine mögliche Form der Ansprache?

Ergebnisse

Den befragten Senioren ist bewusst, dass es für ältere Menschen riskant sein kann, Auto zu fahren und dass das Risiko mit dem Alter steigt. Eine Ansprache findet jedoch nur selten statt. Es gibt große Hemmschwellen, besonders zwischen den Generationen. Am ehesten werden Hinweise von Ärzten akzeptiert. Diese sprechen die Senioren jedoch so gut wie nie an.

Vor allem Personen mit einem positiven Bild des Alterns sind bereit, Probleme bei den Fahrfähigkeiten anzusprechen. Diese positive Sicht ist mit der Erwartung verbunden, dass eine solche Ansprache auch zu einer Verhaltensänderung bei dem Angesprochenen führen kann. Hinderlich für eine Ansprache ist dagegen die Befürchtung, dass die betroffene Person sehr verletzt sein könnte. Das positive Alternsbild fördert zudem auch die Offenheit gegenüber der Ansprache, die eigenen Fahrfähigkeiten betreffend. Diese Offenheit ist größer, wenn:

  • das Problem grundsätzlich erkannt wird,

  • die Betroffenen selbst schon aufmerksam für Veränderungen der eigenen Fahrfähigkeiten sind,

  • Verbesserungen als möglich angesehen werden und Alternativen zur Automobilität für sie vorstellbar sind.

Ergebnisse der Evaluation des Programms „sicher mobil“ 

  • Die Ansprache findet in einem sehr positiven Rahmen statt.  Die Teilnahme ist freiwillig und die älteren Autofahrer werden auf Probleme aufmerksam gemacht. Dabei werden die individuellen Herausforderungen  besprochen und alternative Verhaltensmöglichkeiten aufgezeigt.

  • Die Teilnehmer sind in hohem Maße bereit, das Programm weiterzuempfehlen.

  • Mit den Lernergebnissen zeigen sie sich sehr zufrieden.

  • Die Teilnehmer waren auch nach der Veranstaltung (einige sogar Monate danach) in der Lage, Verhaltensänderungen, die sie sich vorgenommen hatten, zu benennen. Sie waren auch motiviert, diese umzusetzen.