Illegale Drogen im Straßenverkehr

Die Unfallforschung der Versicherer (UDV) hat die Interventionsstelle Oberhausen e. V. (Intob) beauftragt, die Entwicklung des Drogenkonsums in den letzten Jahren zu überprüfen. Außerdem wurde untersucht, ob es bei jungen Fahrern, bezogen auf das Thema Drogen im Straßenverkehr, Veränderungen zu der 2002 durchgeführten Studie „Party- und Designerdrogen im Straßenverkehr“ gibt.

In der aktuellen Befragung wurden durch erzielte Kenntnisse aus der Literaturstudie verschiedene Befragungsorte (Schule und Partyveranstaltungen) festgelegt, die zudem einen Vergleich zwischen Stadtgebiet und ländlichem Raum ermöglichen. Mit dieser Ausweitung gelang es, einen breiten Einblick in das Themengebiet zu erhalten und gleichzeitig die Einstellungen von Drogenerfahrenen und Drogenunerfahrenen zu vergleichen. Denn während der allgemeine Drogenkonsum in Deutschland präziser erforscht ist, weist das Thema „Drogen im Straßenverkehr“ umfangreiche Defizite auf.

Die wichtigsten Ergebnisse der Befragung 2010:

  • Das gesellschaftsfähige Drogenkonsummuster ändert sich: Klarer Rückgang von Ecstasykonsum, klarer Schwerpunkt bei Cannabis und Alkohol

  • Viele Drogenfahrten finden „gezwungenermaßen“ statt: Geselligem Drogenkonsum folgt die „Notwendigkeit“ des Standortwechsels mit dem Auto. Drogenkonsumenten denken nicht an die Konsequenzen, sie reden sich die rechtlichen Folgen schön und verschleiern die Gefahr.

  • Drogenkonsumenten wünschen sich eine „einfache“ Lösung ihres Transportproblems, am besten durch ein perfektes Nahverkehrs-System auch in der Nacht.

  • Jedem vierten jungen Autofahrer ist nicht klar, dass Drogen im Straßenverkehr verboten sind. Viele gehen auch davon aus, dass eine kurze Karenzzeit reicht, um sich wieder ans Steuer zu setzen.

Forderungen der UDV:

  • Intensive Polizeikontrollen mit in der Drogenerkennung geschulten – gekoppelt mit Informationskampagnen wie „don´t drug and drive“ – führen zu kurzfristigen Erfolgen und müssen beibehalten werden.

  • Konzentration auf die „Gefährdergruppe“: Neben vielen vernünftigen jungen Autofahrerinnen und Autofahrern gibt es eine Gruppe, die zwar die Gefahren teilweise erkennt, aber aus egoistischen Gründen ignoriert. Diese Gruppe muss näher erforscht werden: Wie kann diese Gefährdergruppe angesprochen werden? Sind die Sanktionen zu schwach? Ist die Abschreckung durch die Strafen zu gering?