Optimierung der praktischen Führerscheinausbildung

Junge Fahranfänger sind nach wie vor die herausragende Risikogruppe im Unfallgeschehen auf deutschen Straßen. Auch wenn sich in den vergangenen Jahren ein positiver Trend erkennen lässt, müssen weitere Anstrengungen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit junger Fahrer unternommen werden. Daher hat die UDV die heutige obligatorische praktische Fahrausbildung näher beleuchtet und mögliche Optimierungsansätze formuliert.

Das  Risiko, im Pkw tödlich zuu verunglücken ist für die jungen Fahrer im Alter von 108 bis 24 jahren deutlich erhöht. Die Unfalldatenbank der Versicherer (UDB) und die Daten des Statistischen Bundesamtes lieferten umfassende Erkenntnisse zu den Unfallausprägungen der Fahranfänger. Es konnte festgestellt werden, dass es Unterschiede in der Unfallstruktur der jungen und der erfahrenen Pkw-Führern (25 bis 54 Jahre) gibt und welche Rahmenbedingungen für Fahrten von jungen Menschen gelten.

Unerfahrenheit und Jugendlichkeitsrisiko sind die bedeutenden Problembereiche der jungen Fahrer. Sie betreffen nicht nur die besonders risikobereiten Fahranfänger, sondern alle jungen Fahrer. Schließlich sind nicht alle verunglückten Pkw-Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren „Rowdies“, aber alle sind unerfahren und jung.

Um das Anfängerrisiko zu verringern, muss angestrebt werden, den Fahranfängern die Möglichkeit zu geben, mehr Fahrkompetenz aufzubauen. Und das möglichst unter geschützten Bedingungen. Gleichzeitig ist es notwendig auf das Verkehrsverhalten derart einzuwirken, dass das Jugendlichkeitsrisiko abgeschwächt wird.

„Begleitetes Fahren ab 17“ ist unter diesen Aspekten ein Erfolgsmodell, kann aber nicht alle jungen Leute erreichen und basiert zudem nach wie vor auf der klassischen Fahrschulausbildung.

Optimierungsansätze für alle Fahrschüler aus Sicht der UDV sind:

  • Neustrukturierung der Fahrausbildung in Richtung Mehrphasigkeit, in Anlehnung der Modelle in Österreich und der Schweiz.

  • Die Unfall- und Gefahrenlage im persönlichen Aktionsfeld der Führerscheinanwärter sollte stärker in deren theoretische und praktische Ausbildung eingebunden werden.

  • Modifizierung der Fahrlehreraus- und Fortbildung. Hierzu gehören Aspekte der Eingangsvoraussetzungen, der Lehrinhalte und Ausbildungsdauer und der Qualitätssicherung.