Forschung zur Hirnleistung

Mit zunehmendem Alter ver­schlechtert sich die Leistungs­fähigkeit des Gehirns, insbeson­dere die sogenannten fluiden kognitiven Funktionen (z. B. Aufmerksamkeit, Kon­zentra­tion, Infor­mations­ver­arbeitungs­ge­schwindig­­keit).

Diese Funktionen sind ein Bindeglied zwischen Sensorik und Motorik und somit unerlässlich für komplexe Wahrnehmungsprozesse sowie Planung und Steuerung des Verhaltens. Nehmen im Alter diese Funktionen ab, erhöht sich das Risiko für Unfälle. Ein besonders hohes Unfallrisiko haben ältere Verkehrsteilnehmer an großen komplexen Kreuzungen. Dabei werden besondere Anforderungen an die zeitlich-räumliche Wahrnehmung, die Aufmerksamkeit und das Arbeitsgedächtnis gestellt.

Im Auftrag der UDV wurde von den Altersforschern des Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung (IFADo) Prof. Dr. Michael Falkenstein und Dr. Patrick Gajewski untersucht, inwieweit sich die kognitive Leistungsfähigkeit und insbesondere die fluiden Funktionen bei über 65-Jährigen durch Training verbessern lassen. Verglichen wurden drei verschiedene Trainingsmaßnahmen:

  • Kognitives Training, sogenanntes „Gehirnjogging“ (auf dem Papier und PC gestützt)

  • Fitnesstraining (kombiniertes Kraft- und Ausdauertraining)

  • sowie Entspannungstraining (verschiedene Entspannungstechniken).

Das Training fand in einem Zeitraum von vier Monaten, zweimal wöchentlich, über 90 Minuten statt. Die drei Trainingsgruppen wurden mit einer passiven Kontrollgruppe verglichen, die kein Training erhielt.

Die kognitive Leistungsfähigkeit wurde vor und nach dem Training durch neuropsychologische Testverfahren und elektrophysiologische Untersuchungsverfahren (EEG) erfasst. Zusätzlich wurde ein körperlicher Belastungstest durchgeführt und eine Reihe von Fragebögen zum subjektiven Wohlbefinden eingesetzt.

Ergebnisse

Nach den Tests beurteilten die Probanden selbst alle drei Trainingsmaßnahmen positiv für ihre geistig und körperliche Leistungsfähigkeit. Die stärkste Verbesserung der kognitiven Leistungsfähigkeit zeigte sich in der kognitiven Trainingsgruppe. Durch das regelmäßige kognitive Training verbesserten sich bestimmte Hirnfunktionen bei Senioren messbar. Die Probanden:

  • erhöhten ihre Aufmerksamkeit,

  • senkten ihre Ablenkbarkeit,

  • verbesserten ihr verbales Kurz- und Langzeitgedächtnis sowie

  • ihre Feinmotorik bzw. Hand/Auge-Koordination.