Forschung zum mentalen Training

Im Auftrag der Unfallforschung der Versicherer (UDV) wurde von den Altersforschern des Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung (IFADo) Prof. Dr. Michael Falkenstein und Dr. Patrick Gajewski untersucht, inwieweit sich die kognitive Leistungsfähigkeit und insbesondere die fluiden Funktionen bei über 65-jährigen Personen durch Training verbessern lassen.

Konkret wurde die Wirksamkeit von drei verschiedenen Trainingsmaßnahmen verglichen:

  • Kognitives Training, sogenanntes „Gehirnjogging“ (auf dem Papier und PC-gestützt),

  • Fitnesstraining im Sportstudio (kombiniertes Kraft- und Ausdauertraining) und

  • Entspannungstraining (verschiedene Entspannungstechniken).


Das Training fand in einem Zeitraum von vier Monaten regelmäßig zweimal wöchentlich über 90 Minuten statt. Die Trainingsgruppen wurden mit einer passiven Kontrollgruppe verglichen, die keine Intervention erhielt. Die Zuordnung der Versuchspersonen zu den Gruppen erfolgte zufällig.Insgesamt nahmen 142 Probanden an der Studie teil, 32 am kognitiven Training, 35 am Fitnesstraining, 35 am Entspannungstraining. 40 Personen bildeten die Kontrollgruppe. Das Verhältnis zwischen Frauen und Männer war mit 60:40 in etwa ausgewogen.

Die kognitive Leistungsfähigkeit wurde vor und nach dem Training durch neuropsychologische Testverfahren (z. B. Intelligenztests, Konzentrationstests und Messungen der Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit) und elektrophysiologische Untersuchungsverfahren (EEG) erfasst. Zusätzlich wurden ein körperlicher Belastungstest und eine Reihe von Fragebögen zum subjektiven Wohlbefinden eingesetzIm Ergebnis zeigte sich die stärkste Verbesserung der kognitiven Leistungsfähigkeit in der kognitiven Trainingsgruppe. Im Vergleich zu den anderen Gruppen konnten die Probanden der kognitiven Trainingsgruppe:

  • ihre Aufmerksamkeit verbessern,

  • ihre Ablenkbarkeit senken,

  • ihr verbales Kurz- und Langzeitgedächtnis verbessern und

  • ihre Feinmotorik bzw. Hand/Auge-Koordination verbessern.

Die Leistungsverbesserung ging mit einer deutlichen Veränderung der Hirnaktivität einher, die mittels EEG untersucht wurde.

Von den Probanden selbst wurden alle drei Trainingsmaßnahmen positiv für ihre geistig und körperliche Leistungsfähigkeit eingeschätzt. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass regelmäßiges kognitives Training bestimmte Hirnfunktionen bei Senioren messbar verbessert. Dadurch kann das Verhalten in risikoreichen Situationen, beispielsweise beim Autofahren im Straßenverkehr effizienter werden. Potentielle Gefahren werden schneller erkannt.