Internationales Symposium zur Sicherheit von Leichtkraftfahrzeugen

22.06.2007

Die Unfallforschung der Deutschen Versicherer hatte am 26. Juni in Brüssel im Rahmen eines internationalen Symposiums das Thema „Sicherheitsrisiko Leichtkraftfahrzeuge?“ mit Politikern, Wissenschaftlern, Unfallforschern und der Industrie auf europäischer Ebene diskutiert.

Anlass der Konferenz war eine Untersuchung der GDV-Unfallforschung, die bei Leichtkraftfahrzeugen (Microcars, in Österreich Mopedautos) ein großes Sicherheitsdefizit festgestellt hat.
Die Ergebnisse eines Forschungsprojektes der Deutschen Versicherer in Zusammenarbeit mit dem Allianz Zentrum für Technik (AZT) wurden am 6.12.2006 in München der Presse vorgestellt.

In Deutschland spielen diese Kleinstfahrzeuge zwar nur eine marginale Rolle im Straßenverkehr, in Europa gibt es aber durchaus Länder (Frankreich, Österreich, Portugal) in denen Leichtkraftfahrzeuge einen Markt haben.

Mit folgenden Impuls-Referaten wurden Symposiumsteilnehmerinnen und –teilnemer
auf das Thema eingestimmt

  • Ergebnisse des GDV-Forschungsprojektes Leichtkraftfahrzeuge in Europa; Praxistest, Low-Speed Crashverhalten: Dr. Johann Gwehenberger, Allianz Zentrum für Technik

  • Ergebnisse des GDV-Forschungsprojektes High-Speed Crashverhalten, Fazit der Studie: Dr. Matthias Kühn, Unfallforschung der Versicherer, Berlin

  •  Biomechanische Belastungsgrenzen eines Fahrzeuginsassen: Prof. Dr. med. Felix Walz, Arbeitsgruppe für Unfallmechanik

  • Gegenwart und Zukunft von Kleinfahrzeugen: Prof. Dr. Volker Schindler, TU Berlin

In der Fachdiskussion, die von Ari Vatanen, Mitglied des Europäischen Parlaments, geleitet wurde, kamen auch die Hersteller zu Wort, die die Bedeutung dieser Fahrzeugklasse für die Mobilität vor allem älterer Verkehrsteilnehmer hervorhoben.

Gemeinsamer Tenor war, dass alles getan werden soll, die Sicherheit dieser Fahrzeugkategorie zu verbessern. Die Kosten spielen dabei nicht die Hauptrolle. Ebenso wenig das auf 350 kg begrenzte Gewicht. Eine deutliche Verbesserung der Sicherheit muss nicht zwangsläufig mit einer deutlichen Erhöhung des Gewichts einhergehen, wie diverse Forschungsprojekte zeigen. Klar wurde auch, dass es europaweit keine Harmonisierung der Führerscheinregelung für die Fahrer von Leichtkraftfahrzeugen geben wird.

Darüber hinaus war man sich einig, dass die Möglichkeiten der Verbesserung der Sicherheitseigenschaften dieser Fahrzeuge in einem gemeinsamen europäischen Forschungsprojekt untersucht werden sollten.