Ergebnisse

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Die Sicherheitseffekte durch Tagfahrlicht wurden und werden in Fachkreisen kontrovers diskutiert. Zum Teil werden aus Studien deutlich positive Effekte auf die Verkehrssicherheit abgeleitet, zum Anderen wird eine Gefahr für ungeschützte Verkehrsteilnehmer – vor allem Motorradfahrer – abgeleitet. Eine Erkenntnis des Forschungsprojektes der UDV ist, dass die meisten der bisherigen Studien zum Thema Tagfahrlicht keine verlässlichen Daten liefern. Dies gilt sowohl für die Pro-, als auch für die Contra-Studien und liegt u.a. an der Komplexität des Themas und des damit einhergehenden hohen Versuchsaufwandes, um statistisch signifikante Ergebnisse zu erhalten. Gerade das Übertragen von Erkenntnissen aus anderen Ländern und das Ableiten von prospektiven Sicherheitseffekten auf Deutschland bleibt in den allermeisten Fällen fragwürdig.

Die Studie der UDV konnte keine nennenswerten positiven Effekte auf die Verkehrssi­cherheit durch Tagfahrlicht feststellen. Allerdings konnten nach umfangreichen Versuchsreihen im Lichtkanal, im Fahrsimulator und im realen Straßenverkehr auch keine negativen sicherheits­relevanten Einflüsse auf schwächere Verkehrsteilnehmer festgestellt werden. Weder wird der Blick von Pkw-Fahrern durch Tagfahrlicht „gebunden“, noch wird ein schwacher Verkehrsteilnehmer später oder gar nicht gesehen. Dies gilt auch für Motorradfahrer, die bislang tagsüber schon mit Licht unterwegs sind.

Zeigen die Ergebnisse bei gutem Wetter keinen Einfluss von Licht am Pkw, so ist bei trübem Wetter oder Regen eine etwas längere Blickzu­wendung auf das beleuchtete Fahrzeug (200 bis 300 ms) festzustellen. Allerdings geht diese nicht zu Lasten ande­rer Verkehrsteilnehmer. Dieser Effekt wird in seiner Summe als nicht sicherheitsrelevant bewertet.