Aktive und passive Sicherheit

 

In einem Forschungsprojekt mit der RWTH Aachen hat die Unfallforschung der Versicherer (UDV) technische Maßnahmen zur Abschwächung der Unfallfolgen von Fußgängern beim Zusammenstoß mit einem Auto untersucht und festgestellt, dass es auch bei modernen Fahrzeugkonstruktionen noch enormes Verbesserungspotenzial gibt.

Nach Erkenntnissen der Unfallforscher kann ein optimierter Stoßfänger, eine aufstellbare Haube und ein Windschutzscheiben-Airbag den Aufprall des Fußgängers bei einem frontalen Anstoß deutlich abmildern. Zusätzlich können elektronische Notbremsassistenten mit Fußgängererkennung die Geschwindigkeit vor dem Zusammenstoß so weit absenken, dass das Verletzungsrisiko deutlich verringert wird. Darüber hinaus sind solche Notbremsassistenten auch in der Lage, einen gewissen Anteil der Fußgänger-Unfälle komplett zu verhindern.

So schwer Unfälle von Kraftfahrzeugen mit Fußgängern meist sind, so schwierig sind sie zu beeinflussen. Zu unterschiedlich sind die Fahrzeugfronten, zu unterschiedlich sind auch die Fußgänger (z.B. Kinder, Senioren, Frauen Männer). Das Projekt hat klar gezeigt, dass es keine Einzelmaßnahme gibt, die bei allen möglichen Unfallkonstellationen zwischen Fußgänger und Pkw den gleichen Effekt hat. Und es gibt auch nicht die eine sichere Fahrzeugfront. Diese Erkenntnisse werden bislang sowohl bei den gesetzlichen Vorgaben, als auch bei den EuroNCAP-Tests zu wenig berücksichtigt.

Das im Zuge dieses Projekts entwickelte Bewertungsverfahren wurde von der UDV auf 19 Fahrzeugmodelle, die in den Jahren 2010/2011 von Euro NCAP getestet wurden, angewendet. Dabei zeigte sich, dass es nicht ausreicht, den Aufprall des Fußgängers am Fahrzeug mit passiven Maßnahmen alleine abzumildern, vielmehr muss die Aufprallgeschwindigkeit verringert werden. Diese aktive Maßnahme hat den größten positiven Effekt, unabhängig von der betrachteten Fahrzeugklasse und unabhängig von der Größe des Fußgängers.