Insassenschutz durch Seitenairbags im Pkw

Seitenairbags gehören neben den bekannten Frontairbags für den Fahrer und Beifahrer seit Ende der Neunziger Jahre meist zur Standard-Sicherheitsausstattung von Pkw. Zu unterscheiden sind dabei sogenannte Thorax-Seitenairbags, die entweder in der Sitzlehne oder der Türverkleidung untergebracht sind und vorrangig den Oberkörper des Insassen abdecken, und den selteneren, zusätzlichen Kopf-Seitenairbags, die sich aus dem Dachrahmen vor den Fensteröffnungen entfalten.

Mit einer Auswertung der Unfalldatenbank der Versicherer sollte untersucht werden, in wie weit Insassen beim seitlichen Anprall neben den strukturellen Maßnahmen am Pkw durch diese Airbags zusätzlich vor Verletzungen geschützt werden. Dazu wurden die Verletzungsbilder bei entsprechend ausgestatteten Pkw-Modellen denen vergleichbarer Fahrzeuge gegenübergestellt, die ohne diese Airbags ausgestattet waren.

Es zeigte sich, dass unter ähnlicher Aufprallschwere besonders die Kopf-Seitenairbags einen guten Schutz gegen schwere Kopfverletzungen bieten. Thorax-Seitenairbags reduzierten bei mittlerer bis größerer Aufprallschwere zwar grundsätzlich auch die Gesamtverletzungsschwere.

Ein ähnlich effektiver Schutz wie der des Kopf-Seitenairbags für den Kopf ließ sich beim Thorax-Seitenairbag für die Brust jedoch nicht nachweisen. In Einzelfällen mit geringer Kollisionsschwere war sogar zu vermuten, dass die Thorax-Seitenairbag-Auslösung die Entstehung von – wenngleich unkritischen – Brustverletzungen sogar noch begünstigte. Dabei scheint der situationsgerechten Auslösung dieser Airbagsysteme besondere Bedeutung zuzukommen.