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Die Argumentation ist höchst widersprüchlich. 1. Wenn doch Appelle an Autofahrende nichts nutzen, aus welchem Grunde nutzen dann Appelle an Fußgehende, zumal das ja oft genug dieselben Personen sind (alle Autof. gehen auch zu Fuß)? 2. Das Thema ohne den 'Tribüneneffekt' zu behandeln ist absurd. Wenn eine relevante Teilgruppe der Fussgehenden beginnt sich allerlei Beleuchtung unzuhängen oder Müllmann Westen anzuziehen, dann verschlechtert sich automatisch das Wahrnehmen (nicht die Sichtbarkeit) der Unbeleuchteten. Der Erwartungshorizont verschiebt sich, und so wird sukzessive eine gesetzliche oder de-facto Beleuchtungspficht für das simple zu Fuß gehen verbereitet / ingeführt. In einigen Ländern ist besteht ja bereits eine gesetzliche Warnwestenpflicht für Fußgehende. Im Resultat wird das Sichtfahrgebot zugunsten verbesserter Auto-Reisezeiten weiter ausgehöhlt, ohne das sich das Sicherheitsniveau verschoben hätte. Eine absurde Sichtweise, die eher in die Mottenkiste des autoversessenen 20.Jhd. gehört. Zudem wäre interessant zu erfahren inwieweit eine monokausal auf Fußgängerkleidung bezogene Betrachtung einer Korrelation zwischen Jahreszeit und Unfallgeschehen überhaupt statthaft ist. Z.B. sind im Winterhalbjahr mehr Menschen (Sommerradler, etc.) mit dem Auto unterwegs, die Verkehrsdichte und die 'Staugereiztheit' nehmen zu, ggf. kommen weitere moderierende Variablen hinzu. Fraglich ist zudem ob eine angeblich(!) verbesserte Sichtbarkeit zu verbesserter Wahrnehmbarkeit führt und so erst überhaupt einen Sicherheitsgewinn ermöglichen würde. Empurisch sauber nachgewiesen ist das meines Wissens lediglich für das Warnwestentragen auf den Standstreifen von Autobahnen /Kraftfahrstrassen. Die obige Fotografie zeigt ja sehr anschaulich, dass eine dunkle Silhouette im urbanen Umfeld durchaus für hohe Sichtbarkeit sorgen kann. Nicht ausgeschlossen werden kann, dass selbst in Situationen wo Warnwesten eine höhere Sichtbarkeit bieten keine verbesserte Wahrnehmbarket - oder gar eine verschlechterte Wahrnehmbarkeit - würde festgestellt werden können. Blinkende Warnwesten vor blinkenden Schaufensterfronten dürften es da weit schwerer haben als dunkle Abendgarderobe, auch wenn die Westen vielleicht besser dem ästhetisch durchaus hässlich zu nennenden neuen automobilen Dresscode entsprechen. Der in Warnweste gehüllte Karl Lagerfeld hat durchaus Recht, wenn er schreibt: "Es ist gelb, es ist hässlich, es passt zu nichts", ob das Ende seines Slogans "aber es kann Leben retten." relevanten Wahrheitsgehalt besitzt darf getrost bezweifelt werden. "Wer eine Warnweste trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren" träfe es da wohl weit besser ;-)