Neuen Kommentar schreiben

Das Problem, dass viele Bußgelder die richtig reichen nicht beeindrucken, gibt es ja schon länger. Das einzige, was da wirkt, ist das Punktesystem, da Reiche wie Arme ihren Führerschein beim gleichen Punktestand abgeben müssen. Ansonsten muss man aber auch festellen, dass die Höhe der Bußgelder am Stammtisch festgelegt wurde. Wie sonst lässt sich erklären, dass Radfahrer für einen Rotlichtverstoß einen Punkt bekommen und ein Bußgeld von 60-100 Euro zahlen müssen, während Fußgänger keinen Punkt bekommen und nur 5 Euro zahlen müssen? Die Gefahr, die vom Verhalten ausgeht, dürfte sich wohl kaum unterscheiden. Vielmehr ist das Motiv, dass die Autofahrer sich lieber über Fehlverhalten bei Radfahrern als bei Fußgängern aufregen. Der Grund dafür ist klar: Die Macher des Bußgeldkatalogs sind alle auch Fußgänger, aber Radfahrer sind sie seit ihrer Studentenzeit nur noch am Wochenende auf ampelfreien Wegen im Grünen. Da fällt es leicht, die Bußgelder zu erhöhen, wenn man nicht selbst betroffen ist. Nebenbei sei noch angemerkt: Das Fahren bei Rot als Radfahrer ist in vielen Situationen äußerst unproblematisch, wie man bei unseren europäischen Nachbarn feststellen kann, wo Radfahrer bei rot z.B. ganz legal nach rechts abbiegen dürfen, ohne dass dies zu mehr Unfällen führen würde.