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Meine Meinung ist ebenfalls die, dass ein solcher "Blitzmarathon" nichts bringt. Die Art und Weise, wie die Aktion durchgeführt wurde, steht stellvertretend für den laxen Umgang der Polizei (und der Politik!) mit Autofahrern, die sich nicht an Verkehrsregeln halten wollen. Das wiederum bestärkt die Raser in ihrer ignoranten Einstellung. Einen "Blitzmarathon" tagelang in allen Medien anzukündigen, ist das Gleiche, als würden in Warenhäusern die Detektive in neonfarbenen Leuchtwesten mit der Aufschrift "Kaufhausdetektiv" herumlaufen. Dass trotzdem einige Autofahrer "ins Netz gegangen" sind, spricht lediglich gegen deren Geisteszustand, nicht aber für die Aktion. Diese ist nicht mehr, als ein Strohfeuer. In Deutschland haben Autofahrer traditionell Narrenfreiheit! Man vergleiche nur die Bußgelkataloge verschiedener EU-Länder. Wirklich angemessene Strafen findet man in Deutschland nicht, allenfalls "Bearbeitungsgebühren". Jeder weiß, dass die weitaus meisten Autofahrer die berühmten 20 Km/h schneller fahren, als erlaubt, weil dies nur ein paar Euro kostet, was zwar ärgerlich ist aber nicht wirklich wehtut und als ab und zu mal zu entrichtende Gebühr für den "Fahrspaß" akzeptiert wird. Hält man sich grundsätzlich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen, wird man bedrängt, angehupt und es wird der Kopf geschüttelt. Ich erlebe das praktisch bei jeder Autofahrt. Man lasse sich das auf der Zunge zergehen: Diejenigen, die gegen Verkehrsregeln verstoßen, maßregeln die, die sich daran halten! Selbst im Bekanntenkreis, wo ich es mit durchweg intelligenten Menschen zu tun habe, herrscht die Meinung vor, man sollte so schnell fahren, dass man "im Verkehr mitschwimmt" - egal, um wie viel man zu schnell ist. Warum das so ist? Weil es nicht geahndet wird - und weil es als "sportlich" gilt. Damit das Auto auch weiterhin als "Fahrmaschine" für den vermeintlichen Fahrspaß gilt, wird alles erdenkliche getan, angefangen bei der aggressiven Autowerbung bis hin zu sog. "Tourenwagenrennen". Irrsinn pur, der Millionen von hohlen Möchtegern-Schumis hervorbringt. In meiner Wohngegend weigert sich die Polizei seit Jahren, gegen behindernd parkende Autos vorzugehen. Es ist politisch nicht gewollt - auch wenn dies niemand ausspricht. Lieber lässt man die Fußgänger auf den verbleibenden 50 Zentimetern Gehweg laufen, als den Autofahrern die illegalen Parkplätze wegzunehmen. Ich nenne das Rechtsbeugung! 3000 Verkehrstote jährlich, die meisten wegen überhöhter Geschwindigkeit (pardon, "nicht angepasster" Geschwindigkeit, auch dieses Amtsdeutsch ist nicht zufällig gewählt). Allein deshalb müsste TÄGLICH tausendfach und an ständig wechselnden Stellen geblitzt werden - OHNE Vorankündigung! Außerdem müssten die Strafen für Geschwindigkeitsübertretungen DRASTISCH erhöht werden! Gerechterweise muss viel schneller die Fahrerlaubnis entzogen werden, in schweren Fällen auf Lebenszeit. Die Höhe der Überschreitung müsste in Prozenten gewertet werden, nicht als absolute Km/h. Ein generelles Tempolimit auf Autobahnen ist ohnehin schon lange überfällig. Und was fällt der Polizei ein? Blitzen mit Ankündigung Die Autofahrer müssen endlich begreifen, dass sie ein Verkehrsmittel bewegen, kein Sportgerät. Und sie müssen begreifen, dass sie sich an Regeln zu halten haben. Das alles ist aber im "Autoland Deutschland" nicht gewünscht. Es sollen auch weiterhin übermotorisierte Protzkisten gekauft werden, die den Konzernen hohe Gewinne bescheren und den Malediven den baldigen Untergang. Das ist es, was zählt, nicht die Todesopfer durch Raserei und die Gefährdung von Menschenleben. Armes Deutschland!