Neuen Kommentar schreiben

> Wenn ich richtig verstehe, sagen > Sie, ich will den Radverkehr unattraktiv > machen, weil die Versicherungsbranche Ja. Es macht für Ihren Brötchengeber einfach keinen Sinn, allzu viele Leute zum Radfahren zu bewegen. Man kann und sollte von niemandem erwarten, gegen nachvollziehbare eigene Interessen zu handeln. Auch nicht von der Versicherungsbranche. Und die bezahlt Sie. In Deutschland gibt es kaum noch Unfälle durch technisches Fahrzeugversagen. Trotzdem fordert der TÜV kürzere HU-Intervalle. Klar, er verdient daran, entsprechende Öffentlichkeitsarbeit ist legitim. Nur sollte dann allen klar sein, dass es eben nicht um "die Sicherheit" geht. Sonst würde er sich für wirksame Tempobeschränkungen einsetzen, oder andere RELEVANTE Maßnahmen. Das tut er nicht. Und Sie auch nicht. > Durch Radverkehrsförderung werden Autos ja > nicht nennenswert weniger, sie werden nur > weniger genutzt, Ich widerspreche. Wenn man den Radverkehr wirksam(!) förderte, würde genau das passieren. Schon heute gibt es unter jungen Leuten einen Trend weg vom eigenen Auto. Noch viel zu zart, aber die Industrie sieht ihn. Mit Sorge. > Radwege sind nicht immer schlecht, sondern > vor allem dann, wenn sie schlecht geführt sind. Ich widerspreche auch hier. Ich habe innerorts noch nie einen Radweg gesehen, der so "gut geführt" war, dass er besser (sicherer!) gewesen wäre als die Fahrbahn gleich daneben. Die Separierung ist ja gerade das Problem. Sobald sie in den Weg eingebaut ist, kann man ihn nicht mehr "gut führen". Die Versuche, es dennoch zu tun, führen regelmäßig zu absurden Konstruktionen, deren Nachteile immer an den Radfahrern hängen bleiben. Nie an den Fahrbahnbenutzern. Ganz ehrlich: Das ist alles kein Geheimnis, sondern wird unter Radfahrern schon seit mindestens 20 Jahren diskutiert und ist empirisch auch solide belegt! Ich hätte erwartet, dass Sie darüber besser informiert sind (wo Sie doch für die "U"DV sprechen!). > Radverkehrsförderung auch Investition in eine > möglichst sichere Radverkehrsinfrastruktur bedeutet. Nein, bitte nicht! Wenn "Radverkehrsinfrastruktur" angedroht und "für uns" gebaut wird, entstehen jedesmal doch wieder drittklassige Wege samt Fahrbahnverbot, die (zur Separierung noch dazu) immer auch Sekundärprobleme anziehen, etwa Parken, Verwahrlosung etc. Das Hauptproblem bleibt aber die Separierung. Man kann PRINZIPIELL Radverkehr nicht fördern, indem man ihn von der Hauptverkehrsfläche --und das ist die Fahrbahn!-- verbannt. Oder ihm andere zusätzliche Vorschriften auferlegt. Dieses Prinzip ist eigentlich offensichtlich... das kann doch nicht so schwer sein. Würden Sie, um beispielsweise das Lesen bei Kindern zu fördern, Bibliotheken bauen (der Vergleich hinkt, denn anders als Radwege machen Bibliotheken es ja tatsächlich leichter, aber - bleiben wir mal dabei) und dann aber dort, wo es welche gibt, außerhalb das Lesen verbieten: "Weg hier, dafür haben wir euch doch extra Bibliotheken gebaut"? Oder indem Sie (um auf Helme zurück zu kommen) vor angeblich drohenden Augenschäden warnen und dagegen dann prophylaktisch Tropfen empfehlen? Selbst wenn es Augenschäden GÄBE und die Tropfen wirklich HELFEN -- diese Warnung würde Lesen ganz sicher nicht attraktiver machen. Nennen Sie mir eine einzige Aktivität, die Sie FÖRDERN, indem Sie zusätzliche Verbote und Vorschriften (gegen die Aktiven) verhängen? Bitte. Ich bin gespannt. RadverkehrsFÖRDERUNG muss Radfahren einfacher, unkomplizierter, schneller, bequemer machen und Ängste ABBAUEN. Ich denke dabei z.B. an Fahrradabstellplätze an zentralen Orten und eine Verkehrserziehung, die nicht ausgerechnet auf Fotos von Blutpfützen setzt. Aber Helmpropaganda und Fahrbahnverbote: die bewirken das Gegenteil, durch Stigmatisierung und (wie ich schon schrieb) Marginalisierung. P.S.: Die Styroporhütchen kamen aus USA zu uns. Ich bin nach wie vor neugierig, warum die behauptete SCHUTZwirkung auf Deutschland übertragbar sein soll, die NEBENwirkungen aber nicht. Können Sie mir das erklären?