ZAHLEN & FAKTEN

Die Gefahren von Drogen im Straßenverkehr werden immer noch unterschätzt, verharmlost oder gar ignoriert. Illegale Drogen führen jedoch zu weitaus mehr Verkehrsunfällen als angenommen.

2000 bis 2014: Zahl der Drogendelikte im Straßenverkehr verfünffacht

  • 2014 wurden 166.500 Drogendelikte (einschließlich Alkohol) im Verkehrszentralregister (VZR) / Fahreignungsregister (FAER) erfasst (Kraftfahrt-Bundesamt: Jahresbericht 2013/2014).

  • Bei 35.800 Drogendelikten wurde die Einnahme von Cannabis, Heroin, Amphetaminen etc. nachgewiesen.

  • Seit 2000 hat sich die Zahl der Drogendelikte im Straßenverkehr (ohne Alkohol) versechsfacht: von 6.000 auf 35.800 Delikte.

  • Im Vergleich dazu sank die Zahl der reinen Alkoholdelikte von 213.946 im Jahr 2000 auf 130.700 im Jahr 2014.

Drogen sind eine Gefahr für die Verkehrssicherheit

  • Von insgesamt 302.435 Unfällen mit Personenschaden sind 2014 nachweislich 1.502 Unfälle auf den Einfluss berauschender Mittel zurückzuführen (Statistisches Bundesamt 2015: Verkehrsunfälle 2014, Fachserie 8, Reihe 7).

  • 2014 wurden durch Drogenfahrten (Teilnahme am Straßenverkehr unter Einfluss illegaler Drogen) rund 2.105 Personen getötet oder verletzt (Statistisches Bundesamt 2015: Verkehrsunfälle 2014, Fachserie 8, Reihe 7).

Deutlich mehr Drogenfahrten als angenommen

  • Ein alarmierendes Bild der deutschen Party- und Diskoszene zeigt eine Studie der GDV-Unfallforschung: 94 Prozent der befragten Drogenkonsumenten steigen regelmäßig ohne Risikobedenken unter Drogeneinfluss ins Auto – durchschnittlich 3,5 Mal im Monat (GDV-Unfallforschung: Party und Designerdrogen im Straßenverkehr, 2001).

  • Von den 18- bis 24-jährigen Autofahrern ist jeder dritte schon einmal unter Einfluss berauschender Mittel im Straßenverkehr unterwegs gewesen (Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung an der Universität Duisburg Essen: Junge Fahrer und Drogenkonsum, 2005).

  • Lediglich eine von 600 Fahrten unter Drogeneinfluss wird entdeckt (European Information Network on Drugs and Drug Addiction: Reitox-Bericht, 2006).

  • Unter Alkoholeinfluss ist die Hemmschwelle höher sich hinters Steuer zu setzen als unter Einfluss von illegalen Drogen (Krüger: Gutachten zu dem Fragenkatalog 1 BvR 2062/96, 2002).

  • Die Bereitschaft unter Drogeneinfluss zu fahren, ist von der Häufigkeit des Konsums abhängig: 60 Prozent der Gelegenheitskonsumenten haben keine Bedenken, nach dem Drogenkonsum in ihr Fahrzeug zu steigen. Bei den Dauerkonsumenten erhöht sich dieser Anteil auf 91 Prozent (Vollrath und Krüger: Auftreten und Risikopotenzial von Drogen im Straßenverkehr, „Blutalkohol“, Vol. 39, Nr. 1, 2002).

  • Drogen (insbesondere Cannabis, Amphetamine und Ecstasy) werden subjektiv als „kaum verkehrsgefährdend“ beurteilt. Die Wahrscheinlichkeit von der Polizei entdeckt zu werden, wird als außerordentlich gering eingeschätzt (Vollrath & Krüger, „Blutalkohol“, 2002).

Cannabis auch weiterhin an der Spitze der illegalen Drogen

Cannabis ist nach wie vor die mit Abstand am häufigsten konsumierte illegale Droge. Man geht davon aus, dass in Deutschland insgesamt etwa 600.000 Personen zwischen 18 und 64 Jahren Cannabis missbrauchen. Der Vergleich zu den Zahlen von 2003 zeigt in allen Altersgruppen eine rückläufige Tendenz.
Auch bei den Jugendlichen ist ein rückläufiger Trend festzustellen. Während es 2004 noch 31 % der Jugendlichen und jungen Erwachsenen waren, die mindestens einmal in ihrem Leben Cannabis konsumiert haben, ist nun die Quote auf 28 Prozent gefallen.
Auch die Zahl der regelmäßigen Konsumenten ist rückläufig. Der Anteil in der Altersgruppe der 12- bis 25-jährigen ist bis zum Jahr 2008 auf unter 3 Prozent gesunken.

18- bis 24-Jährige im Straßenverkehr besonders gefährdet

  • 2014 verunglückten 67.241 junge Männer und Frauen im Alter von 18 bis 24 Jahren auf Deutschlands Straßen, 496 Personen wurden dabei getötet (Statistisches Bundesamt 2015: Verkehrsunfälle 2014, Fachserie 8, Reihe 7).

  • 17,1 Prozent der Verletzten und 15 Prozent der Getöteten  im Straßenverkehr gehört zu der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen, deren Anteil an der Gesamtbevölkerung aber nur 7,7 Prozent beträgt. Damit haben 18- bis 24-Jährige ein 2,2 faches Risiko, bei einem Unfall zu verunglücken als andere Altersgruppen.

Nachts und früh morgens: Erhöhtes Unfallrisiko

  • 35,5 Prozent der getöteten jungen Erwachsenen sterben in der Zeitspanne zwischen 19 Uhr abends und 5 Uhr morgens (Statistisches Bundesamt 2015: Verkehrsunfälle 2014, Fachserie 8, Reihe 7).

  • Bei einer Befragung unter Drogenkonsumenten in der deutschen Disko- und Partyszene schilderten 15 Prozent einen Unfall unter Drogeneinfluss. Diese Unfälle wurden mehrheitlich polizeilich nicht erfasst und ereigneten sich in den späten Nacht- bis frühen Morgenstunden (GDV-Unfallforschung, 2001).