Kindersitz-Studie

Zum dritten Mal nach 1995 und 2000 hat die Unfallforschung der Versicherer (UDV) 2008 die Verwendung von Kinderschutzsystemen im Auto untersucht. Diese dritte sogenannte „Misuse-Studie“ (Studie zum Fehlgebrauch), bei der Eltern bei der Sicherung Ihrer Kinder im Auto beobachtet und befragt wurden, ergab dreierlei: Es werden genau so viele Fehler beim Einbau der Sitze und bei der Sicherung der Kinder im Sitz gemacht wie in den Vorjahren, es werden allerdings deutlich weniger schwere Fehler begangen. Und: Wer einen Kindersitz mit der genormten Steckverbindung ISOFIX hat, macht überhaupt keine Einbaufehler mehr.

Weiterhin erschreckend ist die Tatsache, dass fast zwei Drittel aller Kinder nicht korrekt gesichert waren. Eine Zahl die über die Jahre konstant blieb, obwohl sich die Kindersitze inzwischen deutlich verbessert haben, vor allem was den Einbau des Sitzes ins Auto anbelangt (z.B. durch farblich markierte Gurtführungen und bessere Bedienungsanleitungen). Da es bei einigen Sitzsystemen höhere Fehlerquoten beim Einbau gab, als bei anderen, spricht vieles für das Stecksystem ISOFIX, das Kindersitze schnell und in aller Regel fehlerfrei fest mit der Autokarosserie verbindet. Vor allem bei rückwärts gerichteten Babyschalen machen die Eltern viele schwere Einbaufehler.

Während bei der Untersuchung im Jahr 1995 in mehr als jedem zweiten Fall ein schwerer Fall von Misuse vorlag, waren es 2000 rund 28 Prozent und 2008 noch 21 Prozent. Dieser Rückgang der schweren Fehler um 60 Prozent ist aus Sicht der Unfallforschung erfreulich und nicht zuletzt auf die verbesserten Kindersitze und die permanente Aufklärungsarbeit zurückzuführen.

Kindersicherheit kostet Geld

Bei den Sitzerhöhungen für die älteren Kinder (bis 12 Jahre) fanden die Unfallforscher in mehr als jedem vierten Fall eine „Billig-Sitzerhöhung“ vor, die keinerlei Gurtführung aufwies. Diese, oft in Bau-  oder Supermärkten angebotenen Sitzerhöhungen haben zwar meist ein ECE-Prüfsiegel, dennoch bieten sie nicht das Maximum an Sicherheit.

Auch die eindeutig besser zu handhabenden ISOFIX-Sitze (95 Prozent der befragten Erwachsenen bestätigten dies) sind aber teurer, was für jeden dritten Befragten ein großes Manko ist.

Doch bei der Sicherheit  für Kinder im Auto sollte nach Ansicht der Unfallforscher der Versicherer nicht gespart werden. Deshalb haben sie alle wichtigen Informationen zum Thema „Kinder sichern im Auto“ in einer 42-seitigen Broschüre zusammengefasst, die jeder Interessierte hier herunterladen kann. Darüber hinaus sind hier Listen von Fahrzeugen und Kindersitzen mit ISOFIX veröffentlicht.